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Flugverkehr: Biotreibstoffe stehen in den Startlöchern

Map biofuelsAlternativtreibstoffe sollen künftig in mindestens einem Schweizer Flughafen eingesetzt werden.

 

Die International Civil Aviation Organization (ICAO) sieht vor, alternative Flugtreibstoffe einzusetzen, um ab 2020 ein CO2-neutrales Wachstum des Flugverkehrs zu erreichen.

 

Die alternativen Flugtreibstoffe werden gemäss ICAO aus nachhaltigen nachwachsenden Rohstoffen wie Jatropha, Leindotter oder Algen sowie aus Biomasse hergestellt. Im Jahr 2017 haben 25 Fluggesellschaften Flüge mit diesem Treibstofftyp durchgeführt.

 

Pläne in der Schweiz
 

«Petrosphäre» hat sich bei den grössten Flughäfen der Schweiz über den Einsatz von alternativen Flugtreibstoffen erkundigt.  

 

Es stellt sich heraus, dass einzig der Flughafen Genf eine konkrete Beimischquote vorsieht. Ziel ist es, dass ab Ende 2018 mindestens 1 Prozent des jährlichen Verbrauchs des Flughafens Genf aus nachhaltigem Flugtreibstoff besteht.


André Schneider, Generaldirektor des Flughafens Genf, kommentiert: «Da der Flugverkehr steigt, spielen die Flughäfen eine wesentliche Rolle beim Ergreifen von Initiativen zur Linderung der Auswirkungen auf die Umwelt.»


Die Pipeline Sappro versorgt u. a. den Flughafen Genf mit Flugtreibstoffen. Sie konnte bisher keine Biotreibstoffe befördern, da der Nachweis zur Einhaltung der Schweizer Anforderungen beim Import ausländischer Biotreibstoffe eine Hürde darstellt. Die Biotreibstoffe des Flughafens sollen daher per Schiff und per Bahn bis Vernier transportiert werden.


Am Flughafen Zürich wird auch die Möglichkeit diskutiert, Biokerosin beizumischen. Pläne im Hinblick auf den Einsatz von Biotreibstoffen werden derzeit konkretisiert.

 

«Nachhaltige Flugtreibstoffe sind vollkommen kompatibel mit fossilen Treibstoffen und benötigen keine spezielle Behandlung.»

Seitens des Basler Flughafens erkennt man zwar, dass Biotreibstoffe eine Zukunftstechnologie darstellen. «Zurzeit haben wir jedoch keine Möglichkeit, Biotreibstoff anzubieten, und unsere Kunden – die Airlines – tanken ihn nicht. Wenn in Zukunft eine Fluggesellschaft Bedarf an Biotreibstoff hätte oder Elektroflugzeuge am EuroAirport einsetzen würde, dann wären wir bereit, das zu überprüfen», hält Vivienne Gaskell, Sprecherin des EuroAirports, fest.


DSC 2636 1Internationale Erfahrungen 

 

Weltweit werden Biotreibstoffe in den Flughäfen Oslo, Los Angeles, Stockholm und Bergen eingesetzt. 

 

Der Erste war der Flughafen Oslo im Januar 2016. Dort wurden 2016 1,25 Millionen Liter Biotreibstoffe beigemischt. Diese Menge entsprach 0,2 Prozent der abgesetzten Treibstoffe des Flughafens Oslo. 


Olav Mosvold Larsen, Verantwortlicher beim grössten norwegischen Flughafenbetreiber Avinor, erklärt: «Es mussten keine zusätzlichen Investitionen in die Treibstoffanlagen in Oslo getätigt werden. Nachhaltige Flugtreibstoffe sind vollkommen kompatibel mit fossilen Treibstoffen und benötigen keine spezielle Behandlung. Die Biotreibstoffe werden direkt in den Tanks beigemischt.»


Internationale Erfahrungen zeigen, dass Biotreibstoffe eine sinnvolle Massnahme sind, um die Nachfrage im Flugverkehr umweltschonend zu befriedigen. Die norwegische Erfahrung zeigt jedoch, dass die Verknappung der Rohstoffe im europäischen Markt sich negativ auf den Absatz von nachhaltigen Flugtreibstoffen auswirkt. In Oslo erwartet man aufgrund höherer Preise einen tieferen Absatz im Jahr 2017.

 

Mehr Informationen

 

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