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Klimapolitik

31 August 2018
Die Erdöl-Vereinigung setzt sich für einen effizienten Klimaschutz ein.
 

Verwirrende Vorschriften

Hoftsetter Carole Fleischmann 17Schmuckstücke im neuen Haus: Die Treppe sowie die metallene Küchenabdeckung stammen aus dem eigenen Unternehmen.Für Christian Hofstetter und Nathalie Scheidegger kam nur eine Ölheizung in Frage. Der Weg dahin erforderte Durchhaltevermögen.

 

Stolz führen Christian Hofstetter und Nathalie Scheidegger durch ihr Haus im bernischen Attiswil. Fast ein Jahr lang wurde das Gebäude zuerst ausgehöhlt, dann neu eingerichtet und das Untergeschoss ausgebaut.


Seit Anfang 2018 wohnen die zwei nun im 240 Quadratmeter grossen Zuhause mit drei Etagen, das zuvor 20 Jahre lang leer stand. Erbaut hatten es ab 1949 die Grosseltern von Christian Hofstetter, welche hier auch den Grundstein für die Hofstetter AG Flumenthal legten.

 

Seit 1960 bietet das Familienunternehmen alles rund um Tanks und Metall: von Öltankbau und -revisionen über Metall-, Rohrleitungs- und Apparatebau bis hin zum neusten Bereich Metall & Wohnen, der sich im Zuhause des Paares unter anderem bei der metallenen Küchenabdeckung oder der Metalltreppe bemerkbar macht.

 

Klarer Entscheid für Ölheizung 

 

Seit 25 Jahren arbeitet auch Christian Hofstetter für die Firma, die nebst dem Hauptsitz in Flumenthal noch eine Filiale in Attiswil betreibt. Seit 2016 hat er in dritter Generation die Geschäftsführung inne, während Nathalie Scheidegger für die Administration zuständig ist. Natürlich prägte das Unternehmen das Paar auch bei der Wahl der Heizung. Die bisherige Ölheizung im Wohnhaus war schon über 40 Jahre alt, ein Ersatz unumgänglich.


Ausserdem wurde diese bisher über einen Tank im angrenzenden Firmengebäude mit Heizöl versorgt – neu sollte alles autonom laufen. «Dass es aber weiterhin eine Ölheizung sein sollte, war von Beginn an klar. Aufgrund unserer Arbeit und weil wir selbst immer sehr gute Erfahrungen mit Öl gemacht haben», sagt Christian Hofstetter.

 

«Die aktuelle Gesetzeslage konnte uns niemand abschliessend erklären. Jeder hat etwas anderes erzählt.»

Was für ihn und seine Partnerin Nathalie Scheidegger ausser Frage stand, stiess bei vielen anderen auf Skepsis. «Wenn wir Freunden von unserem neuen Haus erzählten und die Sprache auf die Heizung kam, reagierten viele zurückhaltend, verunsichert», erinnert sich Nathalie Scheidegger. «Fast immer kam unweigerlich die Frage: Darf man das überhaupt noch? Gibt es da nicht ein neues Gesetz, das Ölheizungen verbietet? Muss nicht ein Teil erneuerbare Energie sein? Jeder glaubte, etwas zu wissen.»


Hofstetter Carole Fleischmann 10Für Christian Hofstetter und Nathalie Scheidegger kam von Beginn an nur eine Ölheizung in Frage.Tatsächlich seien auch sie mit der Zeit ins Grübeln gekommen, so Christian Hofstetter. «Schliesslich hört man wirklich immer, dass reine Ölheizungen nicht mehr erlaubt seien. Und eine Kombinationslösung wollten wir nicht, sei dies beim Wärmepumpenboiler aus Kostengründen oder bei Solar wegen der Optik.» Da auch der Architekt unsicher war, erkundigten sie sich bei befreundeten Heizungsanbietern und -installateuren.

 

«Die aktuelle Gesetzeslage konnte uns aber niemand abschliessend erklären. Niemand wusste, was Sache ist, jeder hat etwas anderes erzählt.» Fündig wurden sie erst nach Wochen bei der Informationsstelle Heizen mit Öl. Der Fachberater erklärte ihnen, dass die momentane Gesetzeslage immer noch den Einbau einer Ölheizung zulässt.

 

«Falschinformationen machen die Runde»


Beruhigt konnten Christian Hofstetter und Nathalie Scheidegger also ihre Ölheizung installieren – die Bewilligung war kein Problem. Die Wahl fiel auf einen Öl-Brennwertkessel des Herstellers Oertli, Modell OSCR 18, mit einer Leistung zwischen 10,9 und 18 Kilowatt und modulierendem Brenner.

 

«Moderne Ölheizungen lassen sich bezüglich Effizienz und Emissionen in keiner Weise mehr mit früheren Modellen vergleichen.»

Der Boiler läuft ebenfalls über die Heizung, könnte aber auch auf Strombetrieb umgeschaltet werden. Neu befinden sich auch vier Öltanks mit je 1000 Litern «Ökoheizöl schwefelarm » direkt im Wohnhaus. «Es ist genau so, wie wir uns das gewünscht haben, wir sind absolut zufrieden mit der Heizung», so das Paar.

 

Ein schaler Nachgeschmack aber bleibt. «Dass man sich heutzutage für eine Ölheizung teilweise fast schon rechtfertigen muss, ist nicht richtig», sagt Nathalie Scheidegger. Es hätten doch alle Energieträger ihre Vor- und Nachteile, ergänzt Christian Hofstetter. «Und moderne Ölheizungen lassen sich bezüglich Effizienz und Emissionen in keiner Weise mehr mit früheren Modellen vergleichen.»

 

Trotzdem werde in der Öffentlichkeit fast nur negativ über Ölheizungen berichtet, was ein verzerrtes Bild zur Folge habe, auch bezüglich aktueller Vorschriften. «Die Unsicherheit diesbezüglich ist vielerorts gross, die Unterstützung klein. Sogar Falschinformationen machen die Runde. Ein Hausbesitzer braucht regelrecht Durchhaltevermögen», resümiert Christian Hofstetter. «Zum Glück fanden wir bei der Informationsstelle Heizen mit Öl dann die Unterstützung, die wir lange gesucht hatten.»





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